Gegenargument Nierenbelastung

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    • Gegenargument Nierenbelastung

      So, hallo,

      ich setze das Thema jetzt mal ins Anfängerforum.
      Ich habe über folgenden Sachverhalt nachgedacht:
      Atkinsgegner behaupten, dass die Nierenbelastung durch das Essen von viel Eiweiss zu hoch wäre.
      Wenn man nun aber durch Atkins die aufgenommene Anzahl der Kalorien pro Tag halbiert: Bsp, nur mal angenommen: normalerweise esse ich 2000 kcal und bei Atkins schaffe ich durch das verringerte Hungergefühl 1000kcal/Tag.
      Wenn ich also bei 1000 kcal ein Fett/EW/KH Verhältnis von 65/35/0 hätte, dann entspräche das doch einer ABSOLUTEN Fett-, sowie Eiweissmenge, die den absoluten Mengen entspricht, was laut DGE so ungefähr zur Zeit trendy ist, nämlich den absoluten Mengen an Fett/EW: 32,5/17,5 auf 2000 kcal umgerechnet.


      Natürlich mit dem kleinen Unterschied, dass ich keine Kohlenhydrate zu mir nehme und auch keine 2000 kcal. Die Organbelastung wird aber doch sicher durch die absoluten Mengen und nicht die relativen Mengen bestimmt.
      Gut, wenn ich natürlich sehr viel Sport machen, okay, dann ist klar, dass die absoluten Mengen durchaus in die Höhe gehen können, wenn man mehr Kalorien dadurch benötigt und damit irgendwo die Organbelastung steigt.
      Mit der Nierenbelastung durch das Ausscheiden der Ketonkörper kenne ich mich nicht aus und sage deshalb auch nichts dazu.


      Gruss, Christine

      p.s. wahrscheinlich ist meine Argumentation jetzt auch nicht das Ei des Kolumbus und wurde hier schon diskutiert. Ich habe mich nur heute wieder darüber geärgert, dass das mit der hohen Nierenbelastung durch Eiweiss von Atkinsgegnern immer behauptet wird
    • Hallo!

      Nicolai Worm schreibt dazu im Buch "LOGI-Methode":

      Gesunde Nieren

      Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass eine gesunde Niere durch einen hohen Eiweißkonsum geschädigt wird. Unter einer proteinreichen Kost vergrößern sich die Nieren sogar leicht, offenbar um sich mit mehr Kapazität für die Mehrarbeit zu wappnen.

      Nur Personen, die bereits Nierenerkrankungen aufweisen, müssen aufpassen. Bei beginnendem Nierenversagen kann eine hohe Eiweißzufuhr eine Verschlimmerung fördern. Denn wenn intakte Niereneinheiten die Arbeit der erkrankten zusätzlich übernehmen müsse, nimmt der Stress für sie zu. Dies könnte im Endeffekt zu deren schnellerem Versagen beitragen. So viel zur Theorie. IN der Praxis ist der Einfluss einer erhöhten Eiweißzufuhr auf diesen Prozess wenig ausgeprägt und somit längst nicht so relevant, wie viele Jahre angenommen.

      16. Wingen AM, et al. Randomised multicentre study of a low-protein diet on the progression of chronic renal failure in children. European Study Group of Nutritional Treatment of Chronic Renal Failure in Childhood. Lancet 1997;349:1117-23.
      ncbi.nlm.nih.gov:80/entrez/que…ids=9113009&dopt=Abstract

      17. Kasiske BL, et al. The effects of dietary protein restriction on chronic progressive renal disease. Miner Electrolyte Metab 1997;23:296-300.
      ncbi.nlm.nih.gov:80/entrez/que…ids=9387137&dopt=Abstract

      Patienten mit leicht eingeschränkter Nierenfunktion müssen ihre Eiweißzufuhr heut nicht mehr strikt einschränken. Nur bei Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung ist eine solche Reduktion von Vorteil. Ihnen wir eine Eiweißzufuhr von bis zu 0,8 Gramm je Kilogramm Körpergewicht empfohlen – was exakt den gängigen Empfehlungen für Gesunde entspricht.

      18. Wheeler ML, et al. Animal Versus Plant Protein Meals in Individuals With Type 2 Diabetes and Microalbuminuria: Effects on renal, glycemic, and lipid parameters. Diabetes Care 2002;25:1277-82.
      ncbi.nlm.nih.gov:80/entrez/que…ds=12145221&dopt=Abstract


      Viel Eiweiß ist nicht toxisch

      Eiweiß besteht aus Aminosäuren. Das sind biologisch hochaktive Substanzen, wichtige Baustoffe für den Körper des Menschen. Sie enthalten unter anderem auch Stickstoff, der bei ihrem Ab- und Umbau frei werden kann.

      In hoher Konzentration kann er den Körper schädigen. Aber Stickstoff wird in Form von Harnstoff mit dem Harn über die Niere ausgeschieden. Dafür stellt die Leber spezielle Enzyme zur Verfügung. Bei einem gesunden Mann von 80 Kilogramm Körpergewicht kann das Entgiftungssystem in Leber und Nieren nach theoretischen Berechnungen einen Konsum von bis zu 250 Gramm Eiweiß pro Tag störungsfrei bewältigen.

      19. Cordain L, et al. Plant-animal subsistence ratios and macronutrient energy estimations in worldwide hunter-gatherer diets. Am J Clin Nutr 2000;71:682-692.
      ncbi.nlm.nih.gov:80/entrez/que…ds=10702160&dopt=Abstract un und
      thepaleodiet.com/articles.htm#serum

      Doch um eine derart hohe Zufuhr geht es bei der LOGI-Methode nicht. Als Richtwert gilt, dass bei einer Eiweißaufnahme von etwas 35 % der täglichen Energie die obere Zufuhrgrenze erreicht ist. Wer sie mehrere Tage lang überschreitet, wird erleben, dass sich der Körper dagegen wehrt: Es kommt zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfsausen, Durchfall, plötzlichem rapidem Gewichtsverlust und anderen Symptomen.

      20. Biesalski HK, et al. Taschenatlas der Ernährung. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 1999.
      amazon.de/exec/obidos/ASIN/313…1_8_4/028-2989197-2301368

      Da vergeht der Appetit und so zwingt der Körper einen dazu, automatisch auch die Eiweißzufuhr einzuschränken. Kein Wunder also, dass bei gesunden Menschen nie eine toxische Wirkung von Eiweiß nachgewiesen worden ist.

      Viele Grüße
      Ute
    • Komisch! Vor Atkins hatte ich Nierensteine und mußte Harnsäuretabletten nehmen. Mit Atkins ist mein einer Noch- Nierenstein nicht weitergewachsen und die Tabletten brauche ich nicht mehr, stattdessen ist mein Harnsäurewert noch gesunken! Also irgendwie sind menschl. Theorie und biolog. Praxis wirklich nicht miteinander zu vergleichen. ?(

      Gruß Yakandi
      Interpunktion und Orthographie meiner Beiträge sind frei erfunden.
      Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Regeln wäre rein zufällig und ist keineswegs beabsichtigt!
    • Original von Yakandi
      Komisch! Vor Atkins hatte ich Nierensteine und mußte Harnsäuretabletten nehmen. Mit Atkins ist mein einer Noch- Nierenstein nicht weitergewachsen und die Tabletten brauche ich nicht mehr, stattdessen ist mein Harnsäurewert noch gesunken! Also irgendwie sind menschl. Theorie und biolog. Praxis wirklich nicht miteinander zu vergleichen. ?(

      Gruß Yakandi


      ...sehr interessant. Allerdings ist die Aussage, dass der Urin-ph-Wert abfalle nicht nur Theorie, sondern auch in der Praxis nachgewiesen (das kann ich sogar bei mir selbst beobachten).
      Offenbar gibt es hier auch individuelle Unterschiede bzw. irgendwelche intervenierenden Variablen.
    • @Rantanplan:
      Wodurch wird der Urin-ph Wert beeinflusst?
      Ist es die absolute Menge an Eiweiss, Fett oder ist es z.B. das Verhältnis von tierischem/pflanzlichen Eiweiss.
      Hängt es mit dem Säuren-Basen Gleichgewicht zusammen? Hängt es davon ab, wie ich die Lebensmittel miteinander kombiniere?
      Welche allgemeinen Erkenntnisse gibt es zu diesem Thema?



      Gruss, Christine
    • Soweit ich weiß wird der ph-Wert des Urins bei überwiegend pflanzlicher Kost alkalisch und bei überwiegend tierischer Kost sauer. Das kommt daher, dass tierische Nahrung in der Regel reich an Purinen (als Abbauprodukt der in der Nahrung enthaltenen DNA) ist, die dann weiter zu Harnsäure abgebaut werden. Da pflanzliche Kost in der Regel zellarm und dafür faserreich ist, kommt es zu einem wesentlich geringeren Anfall an Purinen, so dass die Harnsäure-Synthese vermindert ist und somit er ph-Wert ansteigt (= sich in den alkalischen Bereich verschiebt).
      ;-)) Mandragora

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