Angepinnt FAQ: Anfängerfragen

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    • FAQ: Anfängerfragen

      verschlechtert die fettreiche Ernährung die Cholesterinwerte?
      Bei den meisten Menschen verbessern sich die Blutwerte durch den Umstieg von einer fettarmen, kohlehydratreichen Ernährung auf Atkins. In dieser Studie hat sich allerdings bei 5% der Teilnehmer der Wert des LDL-Cholesterin sogar erhöht. Unabhängig von anderen Faktoren würde ein Arzt in diesem Fall raten müssen, die Diät abzubrechen, vor allem wenn bereits wie im angegebenn Fall überhöhte Cholesterinwerte bestehen. In den restlichen 95% der Fälle haben sich aber die Blutfette gegenüber der klassischen DGE-Mischkost verbessert.

      warum soll man so viel Fett essen?
      Ziel von ketogener Ernährung ist die dauerhafte Absenkung des Insulinspiegels. Insulin ist unter anderen verantwortlich für die Fettspeicherung: ist der Insulinspiegel hoch, dann findet kein Körperfettabbau statt.
      Der Insulinspiegel steigt durch die Aufnahme von Kohlehydraten, daher werden diese in der Atkins-Diät so weit wie möglich vermieden.
      Aber Insulin wird auch als Reaktion auf eine Eiweißzufuhr ausgeschüttet, zwar nur etwas über 50% im Verhältnis zur selben Menge Kohlehydrate, aber wenn der Eiweißanteil in der Nahrung zu hoch ist, dann kann es auch passieren, daß der Insulinspiegel trotz Verzicht auf KH wegen dem vielen Eiweiß zu hoch ist.
      Bleibt nur Fett: auf dieses reagiert der Insulinspiegel kaum. Daher ist relativ viel Fett zu essen. Das müssen nicht große Mengen sein, es geht nur um das Verhältnis zum Eiweiß.
      Notfalls muß man sogar Fettfasten, um einen Stoffwechselwiderstand zu brechen.
      wer sich vor Fett ekelt oder sich einen hohen Fettanteil nicht zutraut, der möge mit einem moderatem Fettanteil beginnen und bei stagnierender Abnahme auf Kosten von Eiweiß erhöhen, d.h. wenn mehr Fett gegessen wird, muß gleichzeitig mindestens so viel an Eiweißkalorien eingespart werden. Als Minimum darf aber eine Menge von 1g Eiweiß pro kg Körpergewicht pro Tag nicht unterschritten werden, für einen 100kg Menschen wären das 400 kcal pro Tag in Form von Eiweiß als Untergrenze (Quelle: www4.psychologie.uni-freiburg.…ische-Psychologie_ALT.pdf )

      kann man ohne Kohlenhydrate überhaupt leben bzw. ist es gefährlich / gesundheitsschädlich?
      "Kohlenhydrate sind für uns keine essentiellen Nährstoffe, da sie aus vielen anderen Molekülen in unserem Körper im Rahmen der Gluconeogenese aufgebaut werden können" (Biochemie des Menschen, Horn et al, 2. A., S. 458
      Nur Fette und Proteine sind lebenswichtig. Es gibt 2 essentielle Fettsäuren und 8 essentielle Aminosäuren, d.h. die müssen über die Nahrung zugeführt werden, weil sie der Körper nicht selbst herstellen kann und ein Mangel wäre langfristig tödlich.

      kann ich nachdem ich mein Wunschgewicht erreicht habe, wieder "normal" essen?
      Atkins ist "normal" ;) Wenn Atkins funktioniert (bei ca. 3/4 der Menschen - Schätzung), dann ist für diesen Menschen eine KH-arme Ernährung richtig und "normal". Daß einige Menschen sich Zuckerzeug reinstopfen können ohne zuzunehmen, ist genetisch bedingt, Vererbung, Schicksal.
      Das Phasenkonzept von Atkins hat die Suche nach der individuellen Kohlenhydrat-Schwelle zum Ziel. Sobald man die KH über diese Schwelle anhebt, wird man wieder Fett ansetzen. Für die meisten ist diese Schwelle weit niedriger als sie bei der gewönlichen "Mischkost" verzehrt wird.
      Wenn man Atkins nur als vorübergehende Diät ansieht, dann wird der Abnehmerfolg ziemlich sicher auch nur vorübergehend sein. Es gilt: Atkins for Life!

      ist Ketose wichtig?
      Einige Organe und die Muskelzellen können sowohl von Glukose (aus Kohlenhyraten) als auch von Ketonen (aus Fett) befeuert werden. Fehlt es an Glukose, wird die Ketonproduktion gesteigert. Ketose ist ein Zustand, wo der Ketonspiegel im Blut so stark ansteigt, daß einige Moleküle über die Nieren ausgeschieden werden. Das Überschreiten dieser Grenze wird durch die Ketostix angezeigt. Das kann als Kontrolle für eine erfolgreiche Vermeidung von KH in der Ernährung angesehen werden, die Gewichtsabnahme hängt davon aber überhaupt nicht ab. Der kalorische Wert der ausgeschiedenen Ketone ist vernachlässigbar, selbst bei tiefster Verfärbung ist die Tagesausscheidung an Ketonen weniger Wert als eine Kalorie. Man sollte trotzdem in den ersten Wochen Ketose anstreben, um zu lernen, wie man KH vermeidet und den Körper zu zwingen, so weit wie möglich auf Fett- bzw. Ketonverbrennung umzuschalten.

      Nach einer Zeit von 2-3 Wochen kann die ketogene Adaption soweit abgeschlossen sein, daß man trotz strikter KH-Vermeidung keine Anzeige mehr auf den Stix hat. Ursache: die Organe (vor allem das Gehirn) haben mit Ketonen zu leben gelernt und ziehen nun vermehrt Ketone aus dem Blut zur Verbrennung ab, das normalisiert den Spiegel so weit, daß die Nieren nichts mehr durchlassen. Das ist auch der Grund, warum Ketose langfristig nicht schädlich ist (im Gegensatz zu Ketoazidose bei Diabetikern, hier übersäuert das Blut durch die vielen Ketone).

      Ist Ketose schädlich?
      Ernährungsbedingte Ketose wird häufig mit diabetischer Ketoazidose verwechselt. Letztere ist tatsächlich ein lebensbedrohlicher Zustand, tritt aber nur bei Diabetikern auf, wenn sie übermäßig Kohlenhydrate im Verhältnis zur Verarbeitungskapazität ihres Organismus gegessen haben. Im Blut ist dann gleichzeitig ein hoher Keton- als auch ein hoher Glukosespiegel vorhanden. Die Zellen verwerten die Ketone nicht und es kommt zu einer Übersäuerung des Blutes.
      Bei nahrungsbedinger Ketose wie in der Atkins-Diät werden die Ketone jedoch verwertet, mit zunehmender Dauer der Diät (spätenstens nach 3 Wochen) sogar immer besser. Dadurch bleibt zwar die Ketonproduktion hoch, aber auch der Verbrauch, sodaß sich der Plasmaspiegel normalisiert und die Ketose-Teststreifen nach einigen Wochen der Diät gar nichts mehr anzeigen.
      Dr. Atkins und hunderttausende Anwender haben selbst die tiefe Ketose der Phase 1 unbeschadet überstanden, genauso wie sich die Inuit seit tausenden von Jahren ketogen ernähren. Die schlichte Ketose ist daher völlig unschädlich und ein Normalzustand für den Organismus. Viele Ärzte sehen in der Ketose trotzdem ein Krankheitsbild, weil in der westlichen Welt die ernährungsbedingte Ketose kein Thema mehr ist, es sei denn, man setzt sich bewußt auf Diät. Die diabetischen Ketoazidose wird daher im Unterricht oft zur Ketose vereinfacht, was zwar ungenau ist, aber im klinischen Alltag vor der Erfindung der Atkins-Diät kein Problem dargestellt hat.

      muß ich Muskelabbau in Ketose befürchten?
      Bestimmte Organe wie das Gehirn und alle Nervenzellen können ohne Glukose nicht leben. Zwar kann sich das Gehirn teilweise auch von Ketonen ernähren, aber nicht zu 100%. Der Körper produziert daher bei KH-Mangel in der Ernährung Glukose aus Eiweiß über die Gluconeogenese. Dieses Eiweiß kommt aber nur im Hungerzustand aus Muskelprotein, daher sind Fastenkuren denkbar schlecht für dauerhaften Abnehmerfolg: durch die abgebaute Muskelmasse, die meist höher ist als die verlorene Fettmasse, sinkt der Grundumsatz und man setzt nach dem Fasten schneller Fett an als vorher - Jojo-Effekt; solange aber genügend Nahrungseiweiß - wie besonders in der Atkins-Diät - aufgenommen wird, ist kein extremer Muskelverlust zu befürchten. Ein in jeder hypokalorischen Diät auftretender Masseabbau läßt sich dank der eiweißreichen Ernährung bei LC zumindest minimieren, wenn auch nie ganz verhindern.

      Das Gehirn und das periphere Nervensystem sind auf Glukose (Zucker) angewiesen. Muss man daher ein Minimum an Kohlehydraten essen?
      Das Gehirn verbraucht im Schnitt 120g Glukose pro Tag. Im Zustand der Ketose kann es sich innerhalb von einigen Tagen(Wochen) so umstellen, daß es nur mehr ca. 70gg Glukose verbraucht und den Rest des Energiebedarfs durch Ketone deckt.
      Aber auch für die verbleibenden 70g ist keine Zuckerzufuhr erforderlich. Der Körper produziert bei KH-Mangel in der Ernährung Glukose aus Eiweiß über die Gluconeogenese. Bei einem Eiweißverzehr von 1,2g/kg Körpergewicht ist ausreichend verfügbar, daß sowohl das Gehirn versorgt werden kann und es auch keinen Raubbau an der eigenen Muskulatur gibt.
      Ob die Atkins-Beschränkung auf 20g KH/Tag oder die von Lutz auf 70g/Tag oder irgendein Wert dazwischen den Abnehmerfolg verbessert, muss man individuell herausfinden. Es gibt sowohl Menschen, die ab 20g/KH nur mehr schwer abnehmen ("Stoffwechselwiderstand nach Atkins"), aber auch solche, die mit 70g oder sogar 100g besser abnehmen. Im Zweifel gilt aber: zuerst mit wenig KH anfangen.

      ich mache seit x Tagen strikt Atkins und habe nichts abgenommen bzw. sogar zugenommen, wieso?
      zuviele Kalorien relativ zum Gewichtssziel ist immer die Ursache; ohne daß man weniger zu sich nimmt, als man verbraucht, gibt es keine Abnahme.

      Bei vielen Menschen funktioniert die alleinige Kontrolle der KH nur, weil sie KH nicht optimal verwerten: anstelle sie als Brennstoff vorrätig zu halten, schütten sie zuviel Insulin aus, wodurch einerseits die KH in Fett umgewandelt und eingelagert werden und andererseits durch den nun einsetzenden Blutzuckerabfall früher wieder Hunger bekommen, als es eigentlich sein müßte. Der Effekt von Atkins ist daher die Erreichung einer natürlichen Appetitkontrolle. Dann kann man auch "essen, so viel man will", weil man eben gar nicht mehr so viel will, dank gezügeltem Appetit. Es ist keinesfalls eine Wunderdiät, wo das Fett auf magische Weise verschwindet.

      Genügend Wasser zu trinken ist der Abnahme indirekt förderlich, weil jeder Schluck Wasser unmittelbar eine Stoffwechselreaktion auslöst die Kalorien kostet (je kälter, desto mehr) und Wassermangel Stoffwechselvorgänge verlangsamt, wodurch der Kalorienverbraucht sinkt.

      Eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung hat einen vergleichbaren Effekt auf den Grund- und Leistungsumsatz. Das alles gilt natürlich für alle Diätformen.

      Atkins sagt, man könne essen, soviel man will, solange man auf KH verzichtet, nimmt man ab
      das würde er heute wahrscheinlich anders formulieren, wenn er wüßte, wie man das oft mißverständlich interpretiert. Das "wollen" bezieht sich auf den natürlichen Hunger, der wenig mit den heute üblichen Eßgewohnheiten gemein hat. Der Mensch ißt, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Nicht, weil es 12 Uhr ist; nicht, weil man nicht miteinander reden kann, ohne sich ständig was in den Mund zu schieben; nicht, weil Weihnachten oder Ostern ist; nicht, weil einem langweilig ist; Man darf nur essen, wenn man Hunger hat und muß aufhören, wenn man keinen Hunger mehr hat. Dank Atkins sollten die Hungersignale auch nur mehr dann kommen, wenn der Körper tatsächlich Nachschub benötigt.

      ich mache seit Tagen eisen Atkins und habe die ersten Tage auch gut abgenommen. Aber jetzt geht die Waage wieder nach oben. Wie kann das sein?
      shit happens, bei dir funktioniert Atkins nicht, hoffnungsloser Fall... quatsch, Schwankungen von 3% des Körpergewichts sind normal; alleine die Wassereinlagerungen dank hormoneller (zB Menstruation) und Elektrolyt-Einflüsse können mehrere Kilo ausmachen, der Inhalt des Verdauungstraktes ebenfalls; Muskelaufbau geschieht nicht über Nacht, aber längerfristig bringt das auch ein paar Gramm mehr. Schließlich sind Haushaltswaagen keine Atomuhren, die wiegen nicht 100% zuverlässig.

      Süßstoffe ja/nein?
      Süßstoffe lösen keinen Heißhunger aus:
      Laut einer methodologisch recht sauberen Studie von Härtel, B.; Graubaum, H.J.; Schneider, B. von der Europäischen Gesellschaft "August Bier" für Ökologie und Medizin e.V. und der medizinischen Hochschule Hannover konnte klar gezeigt werden, dass die Süßstoffe Aspartam, Acesulfam, Cyclamat und Saccharin keinen Einfluß auf die Insulinsekretion ausüben! Die Süßstoffmengen entsprachen jeweils der Süßkraft von 33g Haushaltszucker. "Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, daß Süßstoffe keine cephalische Insulinsekretion bewirken." (orig. Posting von Rantanplan)

      Süßstoffe werden in der Schweinemast eingesetzt, aber das hat spezielle Gründe und ist nicht auf den Menschen übertragbar:

      Aachen (ots) - Auf viel Skepsis stoßen die Ernährungsberater im Verband für Ernährung und Diätetik (VFED) e.V., Aachen, seit in den Medien die Meinung um sich greift "Süßstoffe machen dick, deshalb setzt man sie auch in der Schweinemast ein".

      Dieser Umstand veranlaßte jetzt den VFED-Vorsitzenden Sven-David Müller, den Experten für Tierfutterherstellung, Agraringenieur Dr. Stefan Mandel aus Scheden bei Kassel nach den Gründen zu befragen, weshalb denn überhaupt Süßstoff im Ferkelfutter zum Einsatz kommt.

      Müller: Süßstoffe haben keine Kalorien. Da dürften sie doch in der Schweinemast gar nicht von Nutzen sein. Weshalb wird dem Futter dann trotzdem Süßstoff beigemischt?

      Dr. Mandel: In der eigentlichen Mastphase spielt Süßstoff keine Rolle. Lediglich im Ferkelfutter wird in der Regel für etwa zwei Monate Süßstoff zugesetzt und zwar grundsätzlich in Kombination mit Aromen. Diese Mischung hat die Funktion, den Ferkeln den Übergang von der Sauenmilch auf die spätere Futtermischung zu erleichtern. Der ungewohnte und zum Teil bittere Geschmack der Futterkomponenten im Ferkelfutter soll durch diese Vorgehensweise maskiert werden. Aber auch die Schweinezüchter würden ein Ferkelfutter ohne Aromatisierung nicht akzeptieren.

      Müller: Was heißt hier: die Schweinezüchter? Das Futter muss doch den Ferkeln schmecken.

      Dr. Mandel: Natürlich, denn sonst magern sie ab und das würde die Züchter sehr viel Geld kosten. Man kann sagen, wir haben hier die gleiche Situation wie bei der Babynahrung: auch diese wird so zubereitet, dass sie auch den Geschmack der Mütter trifft. Ein Landwirt, der Ferkelfutter kauft, muss selbst den Eindruck erlangen, dass das Futter gut ist für seine Tiere. Und was nicht "gut riecht und lecker schmeckt", das kommt auch nicht in den Futtertrog.

      Müller: Und weshalb nehmen Sie statt Süßstoff nicht einfach Zucker, um das Ferkelfutter der süßen Sauenmilch ähnlicher zu machen?

      Dr. Mandel: Aus mehreren Gründen. Zum einen kann Zucker den bitteren Geschmack einiger Komponenten (Aminosäuren, Vitamine), die für die Entwicklung des Muskelfleisches so wichtig sind, nicht so gut maskieren. Zum anderen sind es Verarbeitungsgesichtpunkte. Wenn wir der Futtermischung zu viel Zucker zusetzen, lässt sie sich kaum noch zu "Pellets", also gepressten Futterpartikeln formen, die eine gleichmäßige Verteilung der Nährstoffe auch bei längerer Lagerung gewährleisten. Und letztendlich ist es natürlich auch eine Kostenfrage: in Europa ist der Zucker vergleichsweise teuer.

      Müller: Es geht also nicht um den süßen Geschmack an sich, der angeblich schon allein die Insulinproduktion ankurbelt und damit die Ferkel erst recht "hungrig und fressbegierig" macht ?

      Dr. Mandel: Genau. Ob Schweine dasselbe Geschmacksempfinden haben wie die Menschen, können wir nur vermuten. Aber allem Anschein nach ist es nicht so sehr die Süße, die den Ferkeln den Übergang von Milch zu festem Futter erleichtert, sondern die Fähigkeit einiger weniger Süßstoffe - nicht bei allen Süßstoffen ist das so -, unliebsame Gerüche und Geschmackseigenschaften von ansonsten sehr wertvollen Nährstoffen zu neutralisieren.

      Müller: Sie setzen also nicht darauf, dass Süßstoff an sich die Fressbremse bei den Ferkeln außer Kraft setzt ?

      Dr. Mandel: Nein. Denn in einer vernünftigen Schweinemast geht es nicht ums schnelle "dick werden" der Schweine, sondern um den gesteuerten Aufbau von fettarmem Fleisch. Wir nutzen Süßstoff nicht als Verursacher von Hunger, sondern als probates Mittel zur Verbesserung der Schmackhaftigkeit von Futtermischungen.

      Kommentar des VFED-Vorsitzenden: Diese Ausführungen zu den tatsächlichen Beweggründen für den Einsatz von Süßstoffen in der Ferkelaufzucht verdeutlichen, wie absurd die von den Medien verbreitete Behauptung ist, Süßstoff eigne sich nicht für Reduktionsdiäten. Sven-David Müller plädiert eindringlich dafür, Diabetiker und Übergewichtige nicht durch eine verzerrte Interpretation zu verunsichern. Vielmehr sollte anerkannt werden, dass Süßstoffe den Menschen helfen, eine kalorienarme Diät schmackhafter und damit akzeptabler zu machen.


      Zuckeraustauschstoffe ja/nein?
      Diabetiker brauchen Zuckeraustauschstoffe (Polyole) für ihre Insulindosis nicht zu beachten, die insulinabhängige Verstoffwechslung ist aber bei einer Atkins-Diät nicht das einzige Kriterium, da zusätzlich noch die Ketose beeinfluß wird, da ja Zuckeralkohole auch in Glucose umgewandelt werden. Die Anrechnung erfolgt daher proportional zum Kaloriengehalt, im Detail (der %-Wert ist die Süßkraft relativ zu Zucker):

      Sorbit 2.6 50 - 70%
      Xylit 2.4 100%
      Maltit 2.1 75%
      Isomalt 2.0 45 - 65%
      Lactit 2.0 30 - 40%
      Mannit 1.6 50 - 70%
      Erythritol 0.2 60 - 80%
      Hydrogenated Starch Hydrolysates (HSH) 3 25 - 50%

      In dem beschriebenen Umfang sind die Polyole anzurechnen, d.h. für Isomalt 1/2 der Menge, für Sorbit 2/3, etc.

      meine körperliche/geistige Leistungsfähigkeit leidet. Ändert sich das wieder?
      die Anpassung an lowcarb kann bis zu 3 Wochen dauern. Ausdauersport sollte dann wieder zu 100% so intensiv betrieben werden können wie unter Mischkost, die Sprint- und Schnellkraft könnte dauerhaft beeinträchtigt sein, es gibt aber auch Menschen, die unter ketogener Ernährung bessere Kraftleistungen erbringen.

      Trinken - nur stilles Wasser?
      Wasser ist Wasser; solange es keinen Nährwert hat (also zuckerfrei), kann alles genommen werden.

      Kaffee?
      sollte die Abnahme sogar fördern. Atkins sprach sich gegen koffeinhaltige Limonaden aus, weil es 1970 ua noch kein zuckerfreies Cola gab.

      wie lange kann man in Phase 1 bleiben?
      so lange wie man will; es gibt ganze Völker die sich lebenslang ketogen ernähren und auch hier im Forum haben einige schon über ein Jahr fast KH-frei hinter sich und sind kerngesund

      ich habe xx% Körperfettanteil (KFA), ist das viel/wenig?
      a) wenn er mit einer handelsüblichen Körperfettwaage gemessen wurde, ist die Angabe zu ungenau, die Dinger taugen nichts
      b) gute Durchschnittswerte:
      Für Männer: Wettkampf-Bodybuilder 4%, Athleten allgemein 10%, Hobbysportler 15%, normal Schlanke 20%
      Für Frauen: Wettkampf-Bodybuilderinnen 6%, Athletinnen 10-15%, Hobbysportlerinnen 20%, normalgewichtige 25-35%

      ich habe x kg mit Atkins zugelegt, mache keinen bzw. Ausdauersport, sind das Muskeln?
      unwahrscheinlich; nicht trainierende Frauen können mit 1-2 kg Zunahme rechnen, aber in Jahresfrist, Männer kaum mehr; mit Jogging, Walking, Crosstrainer lassen sich auch kaum Muskeln aufbauen, auch hier ist die Zunahme auf wenige 100 Gramm im Monat begrenzt und kaum länger als ein Jahr anhaltend

      muss ich Obst und Gemüse essen?
      müssen nicht; Obst enthält fast nur KH und sollte gemieden werden;
      * Gemüse füllt den Magen und kann eine ähnliche Funktion haben wie Wasser - es hält das Hungergefühl im Zaum.
      * Gemüse kann helfen, die Dauer der Mahlzeit zu verlängern, dadurch verhindert es ein mögliches Überessen
      * Gemüse liefert Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente; diese können aber alternativ auch aus einem guten Kombipräparat gewonnen werden

      ich schaffe es nicht x Liter am Tag zu trinken
      probiers halt, man stirbt nicht gleich wenn man etwas weniger trinkt. Unsportliche schwitzen weniger, der Wasserbedarf ist dann auch geringer.
      Tee, Kaffee, Cola, Limonaden aller Art gehören auch zur Wassermenge; daß koffeinhaltige Getränke nicht auf den täglichen Trinkbedarf angerechnet werden dürfen, ist überholt, 1 Liter cola light besteht aus 999,8g Wasser, der Rest ist Aroma, Süßstoff, Koffein, aber ingesamt noch immer eine Menge Flüssigkeit.
      Man kann sich angewöhnen, bei jedem Hungergefühl erst mal ein Glas Wasser zu trinken, das hilft auch den Magen etwas vorzufüllen.

      meine Ketostix verfärben sich nicht stark genug
      macht nix; zuviel Verfärbung ist sogar ein eher schlechtes Zeichen, deutet auf Wassermangel hin

      meine Ketostix verfärben sich gar nicht mehr, obwohl ich mich streng an Atkins halte
      nach 2-3 Wochen haben alle Zellen, die auch von Ketonen leben können, von Glukose auf Ketone umgestellt. Die anfängliche Überproduktion von Ketonen, die nicht ausreichend verwertet werden konnten und daher teilweise über die Nieren ausgeschieden wurden, wird nun verbraucht. Daher wird im Idealfall nichts mehr ausgeschieden. Das ist gut so und hindert nicht die Abnahme.

      der Hollywood-"Star" x y hat mit z abgenommen, funktioniert das auch bei mir?
      wenn man Fettabsaugung, Implantate, Hormonspritzen und einen Personal Trainier dazunimmt: vielleicht

      ich mache Atkins und bei mir wurde eine SD-Unterfunktion festgestellt
      wenn T3 zu nieder ist: ich würde es so lassen, das ist eine normale Folge der Ketose; wenn Therapie, dann nur T3, T4 würde nutzlos verpuffen, da die Ursache für den T3-Mangel eine wegen der Ketose zu niedrige Transformationsrate ist

      Käse soll die Abnahme behindern?
      per se unwahrscheinlich, eher liegt es an der Kaloriendichte, d.h. man ißt zwar volumensmäßig wenig, aber trotzdem viele Kalorien; das gilt zb auch für Nüsse aller Art. Es könnte auch zu Wassereinlagerungen kommen, wenn man eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ggü. Milchprodukten hat.
      „Jeder weiß, dass wir alle noch Jahrzehnte für den Unsinn bezahlen werden, die Fotovoltaik zu fördern.“ Staatspräsident Vaclav Klaus

      Dieser Beitrag wurde bereits 15 mal editiert, zuletzt von Austrian ()

    • Atkins und Fett

      Ist mir wieder aufgefallen, bei vielen Anfängern, dass sie meinen... ich muss mehr Fett essen...

      Da liegt ein Mini-Gedankenfehler manchmal begraben..

      Nicht die Gesamtmenge der sichtbaren Fetten zählt, also Öl zum Salat und Braten, Butter zum Gemüse und Fettaugen bei der Wurst, sondern die prozentuelle Anzahl bei der gesamten Kalorienzufuhr!

      Nur ein Beisspiel 100 gr gekochte Eier, also 2 mittelgrosse hartgekochte Eier haben folgende Nährwerte...

      Energie 154,4 kcal
      Wasser 74,1 g
      Eiweiß 12,9 g( 34%)
      Fett 11,2 g( 64%)
      Kohlenhy. 0,7 g( 2%)
      Ballastst. 0,0 g

      Wo je nach Auffassung der Theoretiker die Gesamtfettmenge bei 50 bis 70 % liegen sollte, ist also ein hartgekochtes Ei OHNE MAYO ODER SAUCE schon ein fast perfektes Lebensmittel!!!

      Nochmal ein Beisspiel für die Menschen, die nicht ganz so fit sind mit Stat...

      1 Schweinekotelett, 150 gr
      1 EL Olivenöl, also 15 gr (abgemessen, denn pi mal Daumen reinkippen wird deutlich mehr...) haben folgende Werte
      Energie 448,1 kcal
      Wasser 89,2 g
      Eiweiß 43,1 g( 39%)
      Fett 30,9 g( 60%)
      Kohlenhy. 0,0 g( 0%)

      Und jetzt die Schrecksekunde...
      50 gr Salatmayo 50 % (also an die 2 EL gut gehäuft)
      200 gr Eisbergsalat...
      Energie 267,4 kcal
      Wasser 208,7 g
      Eiweiß 2,3 g( 4%)
      Fett 26,4 g( 88%)
      Kohlenhy. 5,6 g( 8%)

      Wer also erfolgreich sein will bei Atkins sollte sich also Gedanken machen über die Bedeutung vom Fett aufm Teller und sich für die richtigen Kombinationen entscheiden...

      Fröhliches Rechnen... uni-hohenheim.de/~wwwin140/inf…raktives/lebensmittel.htm

      ;-)) ;-))
      Abnahme fängt an wo Ausreden aufhören
      Ist der Wille zur Abnahme vorhanden, findest du einen Weg, ist er nicht da, findest du Ausreden

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mopsmamma ()