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1

Sonntag, 25. Juli 2010, 21:34

Abnehmen mit LC - eine Frages des Abnehm-Typs?

Hallo an alle,

ich selbst habe mit LC schon gute Abnehmerfahrungen gemacht.

Jetzt meinte meine Tante, dass LC bei ihr gar nicht funktionieren würde, da sie nach LC-Essen immer noch mehr Hunger hätte, wie davor. Das ganze hat sie 2 Wochen ausprobiert. Ende vom Lied waren ein + an Kilos.

Kann das sein, dass es sowas wie einen speziellen Typus gibt, bei dem LC doch nicht funktionieren kann?? ?(
Gruß, Mellibelli

Austrian

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2

Sonntag, 25. Juli 2010, 21:58

http://www.evos.de/fettab/feerketo.htm

wobei ich das nicht am Hungergefühl festmachen würde sondern an der physiologischen Reaktion auf den KH-Entzug. pi*daumen dürfte zumindest 1/3 der Bevölkerung damit nicht mehr klarkommen, weil für die KH ein wichtiger Nahrungsbestandteil sind. Nicht essentiell, das sind KH für niemanden, aber wichtig, d.h. sie sind schon so kohlenhydratadaptiert, daß sie ohne KH so müde/schwach werden, daß sie versuchen, mit den "erlaubten" Nahrungsmittel zu überkompensieren. Ein weiteres Drittel kann sich mühevoll umstellen und ev. Vorteile ziehen. Und das letzte Drittel fühlt sich sofort nach der Umstellung wohler als vorher.

Hier im Forum herrscht durch den selection bias ein verzerrtes Bild der Realität. Selection bias meint daß nur die übrigbleiben, bei denen die Diät funktioniert. So entsteht der Eindruck, bei allen würde lowcarb funktionieren. Tut es nicht, aber die, bei denen wo es nicht funktioniert, melden sich bald nicht mehr an und suchen ihr Heil bei Weight Watchers, lowfat, fdh, ...

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3

Sonntag, 25. Juli 2010, 22:02

Bei vielen hilft ja auch FDH oder lowfat oder was auch immer, aber z.B. bei mir nicht ?( . Jeder Mensch ist anders, aber ist auch ganz gut so, sonst würden wir uns ja ums Essen streiten :D .

Sobald jemand aber sagt, dass er zuckersüchtig ist oder dem zweiten, dritten Teller Nudeln nicht widerstehen kann, ist das für mich ein ziemliches Indiz dafür, dass LC bei diesem Menschen sehr gut anschlagen könnte...
Wer keinen Sport macht, der macht kein Atkins!

:281: :run: :281: :run: :281: :run: :281:

:D :D :D



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4

Sonntag, 25. Juli 2010, 22:15

http://www.evos.de/fettab/feerketo.htm

Austrian, wenn man sich das genau anschaut, steht da, dass nur 25% aller Menschen an Kohlenhydrate angepasst sind. "Diese Glücklichen können große Mengen essen, ohne zu zunehmen."

Bei den anderen beiden Gruppen (50 und 25%) heißt es:

"Falls Sie in dieser Gruppe fallen, ist die ketogene Diät genau die richtige Lösung des Problems."

und

"Für diese Personen ist die ketogene Diät optimal."


Heißt also, dass eigentlich doch alle Menschen, die Gewichtsprobleme haben, eine ketogene Diät befolgen sollten... :huh: Und diejenigen, die an KH angepasst sind, müssen dann aber gar nicht abnehmen.....


Tja, wassn nu? :huh:
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5

Sonntag, 25. Juli 2010, 22:25

So weit ich das beurteilen kann, ißt sie auf keinen Fall übermäßig. Sie hat krankheitsbedingt nur ziemlich zugelegt (ist eigentlich eher zierlich), sprich aufgrund der Medikamente. Dazu kommt, dass die Wechseljahre ihr Spiel spielen.
Wie bei den meisten in ihrem Alter, basiert die Ernährung grundlegend auf Brot und Kartoffeln.

Leider ist sie kein Typ der sich freiwillig an den PC setzt und sich Alternativen sucht, was ihr die stundenlange Lauferei durch schlecht sortierte Buchläden ersparen würde. Ich dachte halt, ich stubs sie mal in diese Richtung. ... aber was nicht ist, ist nicht..schade..
Gruß, Mellibelli

Austrian

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6

Dienstag, 27. Juli 2010, 13:02

http://www.evos.de/fettab/feerketo.htm

Austrian, wenn man sich das genau anschaut, steht da, dass nur 25% aller Menschen an Kohlenhydrate angepasst sind. "Diese Glücklichen können große Mengen essen, ohne zu zunehmen."

das ist eine Schätzung, die mit der Adapationstheorie von Dr. Lutz steht und fällt:

Zitat


Die Resultate des Monica-Projektes in Europa, Männer, Altersgruppe 45 bis 65 Jahre. 1984 und 1994. Die Mortalitätsraten lassen sich in drei Gruppen einordnen: a) niedrigste Rate im Mittelmeergebiet, wo die Kohlenhydrate zuerst hinkamen und im römischen Reich intensiv verbreitet wurden; b) höchste Rate in Nordirland, Finnland und Schottland (und in Sibirien), wohin die Kohlenhydrate zuletzt kamen und keine Verbreitung durch die Römer erfuhren; c) eine mittlere Herzinfarktrate dort, wohin die Kohlenhydrate zwischen 5000 und 6000 Jahren v. Chr. kamen und wo, besonders nördlich des Limes, der römische Einfluß gering war.


Zitat


Die zeitliche Differenz zwischen der Ausbreitung des Ackerhaues und dem Eintreffen der Kohlenhydrate in den genannten benachteiligten Gebieten liegt bei 6000 Jahren, was etwa 300 Generationen entspricht. In diesen müssen an entscheidenden Genen Veränderungen eingetreten sein, die unser Genom kohlenhydratfester gemacht haben, als es beim paläolithischen Jäger der Fall war. Er wurde mit dem Übergang zum Ackerbau auch um einen Kopf kleiner und verlor die hünenhafte Figur seiner eiszeitlichen Vorfahren. Sicher ging damit ein seuchenhafter Ausbruch aller jener Krankheiten einher, an denen noch heute die Menschen in den Ländern leiden, die wir soeben als weniger kohlenhydratadaptiert bezeichnet haben. Die Ausgrabungen an früh-neolithischen Gräbern sprechen hier eine deutliche Sprache.

Lutz, Leben ohne Brot, 14.A.

das ist der Kern der Adaptionstheorie. Gene verändern sich nicht einfach dadurch, daß der Organismus einer neuen Umweltsituation ausgesetzt ist, sondern sie müssen sich auch auf die Fitness auswirken. Heute ist die Anpassung tot - jeder kann, egal ob kohlenhydratadaptiert oder nicht, Nachkommen zeugen und relativ alt werden. Zwar mit einem Haufen Zivilisationskrankheiten, aber doch. In den ~5000 Jahren davor war allerdings ein trotz Kohlenhydratverzehr leistungsfähiger Mensch den auf ihn damals noch ungeschützt eintreffenden Krankheitserregern und Mangelzuständen besser gewappnet und konnte sich dadurch besser fortpflanzen.

Die Schätzung müsste jetzt regional angepasst werden. Keine Ahnung, wie stark sich Wanderungsströme darauf ausgewirkt haben, wie stark der Anpassungsgrad jeweils ist, aber es ist halt eine grobe Einteilung.

Zitat

Heißt also, dass eigentlich doch alle Menschen, die Gewichtsprobleme haben, eine ketogene Diät befolgen sollten... :huh: Und diejenigen, die an KH angepasst sind, müssen dann aber gar nicht abnehmen.....

letzteres ist sicher der wichtigste Fall. Wobei aber "nicht abnehmen" im Lichte des aktuellen Schönheitsideals relativiert wird und Normalgewichtige trotzdem meinen, "ein paar Kilo zuviel" zu haben. Was ja auch eine Vielzahl von Mitgliedern in diesem Forum betrifft. Denen dürfte eher von Aktins abzuraten sein, wenn sie nicht eh schon immer Fleisch ohne Ende essen wollten. Der Idealtyp für Atkins ist der massiv Übergewichtige, eben der Patient, den Dr. Atkins auch im Kopf hatte, als er sein erstes Buch schrieb. Es ging in seiner Praxis immer um Fälle von klinisch behandlungsbedürftigem Übergewicht. So ab BMI 30, je mehr, umso eher wird man Atkins erfolgreicheinsetzen können.

Je geringer das Übergewicht, je normaler das Eßverhalten, umso weniger dürfte Atkins die richtige Wahl sein, sondern es würde eher ein bischen mehr an Bewegung und ein wenig an Einsparungen bei offensichtlichen Kalorienbomben genügen.

Zunehmen dank Atkins ist schließlich nicht unbedingt schlecht. Dr. Lutz war untergewichtig und hat mit der Umstellung auf <72g KH/Tag zugenommen. Es sind besonders Frauen, die nach jahrelanger Mangelkost unter weitgehendem Eiweißverzicht (im Extremfall Veganer) bei einer Umstellung auf eiweißreiche, kohlenhydratarme Kost stark an Gewicht zunehmen. Darunter sind auch Menschen, die äußerlich kräftig wirken, aber wo auf einen hohen KFA wenig Muskelmasse kommt. Eine Ernährung vorwiegend aus Kohlehydraten und Fett, aber fleisch- und sonst eiweißarm produziert das. Wenn die jetzt plötzlich viel Eiweiß konsumieren wachsen ihre Muskeln zuerst sehr stark, weil sie durch die Körpermasse selbst bei alltäglichen Bewegungen gefordert werden, der Fettabbau geht allerdings langsamer von statten. Die ersten paar Wochen hat dann auch noch das Verdauungssystem seine Schwierigkeiten mit dem vielen Eiweiß. Je nach Vorgeschichte wären also 2 Wochen ev. zu kurz um eine Beurteilung vorzunehmen. Da hilft auch der Wasserverlust bei Atkins nicht viel, denn Fett speichert kein Wasser, sondern nur Muskelzellen und ein wenig die Leber. Da kann ein wenig Wasserverlust einem weit größeren Eintrag ins Verdauungssystem und Muskelwachstum geringer ausfallen und dann müsste man der Diät schon ein Monat Zeit geben um zu wirken.

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7

Mittwoch, 28. Juli 2010, 13:21

@Mellibelli, ich denke es gibt Typen bei denen gar keine Ernährungsumstellung funktioniert sondern nur eine Diät.
Wenn Deine Tante der Typ ist wie meine Mutter, meine Tanten oder die alten Mädels in der ww-Gruppe damals. Die kannten 50 Jahre nichts anderes als Braten, Kartoffeln, Nudeln, Sossen. Und irgendwann sind sie zu dick. Wenn davon aber irgendwas fehlt, Braten ohne Knödel, Kartoffeln ohne Braten. Steak braten mit Wasser statt mit Fett, Punkte zählen, Kohlenhydrate ausrechnen, dann ist das pure Quälerei. Vegetarier sind nicht ganz normal (meine Schwester ist eine) und Leute die kein Mehl und keinen Zucker essen (wie ich) auch. Viel leichter ist es für eine gewisse Zeit weniger zu essen. Das ist zumindest meine Erfahrung.
Ich habe ein Verhältnis mit meiner Pizza (Julia Roberts)

Finchen

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Mittwoch, 28. Juli 2010, 13:48

Viel leichter ist es für eine gewisse Zeit weniger zu essen. Das ist zumindest meine Erfahrung.


Seh ich persönlich gar nicht so.
Ich denke tatsächlich, dass es eine Typsache ist.

Ich z.B. kann besser auf etwas verzichten (für lange), wie KHs (Beilagen) als weniger davon zu essen.

Aber selbst da schätzt man sich falsch ein...anfangs war ich auch WW-Vertreter, bis das nicht klappte, aber ganz auf meine geliebten Nudeln verzichten??? Neee :-((
Aber der Leidensdruck war dann doch zu groß.
Und siehe da...jetzt sehe ich alles anders. :D

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9

Mittwoch, 28. Juli 2010, 19:20

Viel leichter ist es für eine gewisse Zeit weniger zu essen. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Das Problem ist ja, dass sowieso nicht viel ißt. Und dann noch den Grundumsatz runterschrauben?? ?(
Vielleicht hängt es doch an den Medikamenten.

Hat jemand Erfahrung in puncto Psychopharmaka und Magentabletten (Omeprazol??) sowie blutdrucksenkenden Mitteln? Kann da eine Abnahme überhaupt funktionieren??
Gruß, Mellibelli

MonikaB

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10

Mittwoch, 28. Juli 2010, 20:00

Die Magentabletten machen nichts, aber die Psychopharmaka und auch die blutdrucksenkenden Mittel bremsen die Abnahme bzw. sorgen u.U. auch für eine Zunahme.
Darunter abzunehmen geht, aber es ist sehr mühselig. Ich habe die Blutdrucksenker abgesetzt (mit Okay vom Arzt) und dann hat das mit der Abnahme besser geklappt und mit sinkendem Gewicht ging auch der Blutdruck runter.

Ich würde aber in so einem Fall nichts ohne den Arzt machen. Bei den Psychopharmaka kann es schon helfen, das Präparat zu wechseln.

Die Aussage "einfach mal weniger essen" ist wenig hilfreich. :rolleyes:
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Donnerstag, 29. Juli 2010, 13:25

Nö, weniger essen würde ich grundsätzlich nie blind empfehlen. Interessant ist es, vor allem bei denen die meinen sie essen nicht viel, mal ein paar Tage aufzuschreiben was man isst. Das kann sehr interessant sein, manche essen nicht viel, aber viele Kalorien. Manche essen viel, aber weniger Kalorien als die die wenig essen. Manche merken auch erst beim aufschreiben dass sie zu wenig trinken oder zu wenig Gemüse essen.
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